Zange

Zange

Wie eine Zange funktioniert, lässt sich am besten beschreiben, indem man sich ihren Aufbau anschaut. Je nach Zangentyp kann es gelegentlich zu Abweichungen kommen – im Grunde sind die meisten Modelle jedoch so aufgebaut:

Sie bestehen aus drei Teilen, den Griffen, dem Gelenk, welches auch als Gewerbe bezeichnet wird, und dem Zangenkopf

Der Kopf ist das zentrale Wirkstück. Zusammengefasst werden sie auch als Gelenkzangen bezeichnet. Die Funktionsweise ist sowohl einfach, wie effektiv: Mittels des Hebelprinzips werden die zweiseitigen Hebel, die mit dem Gelenk verbunden sind, zusammengedrückt. Die daraus entstandene Kraft (auch Handkraft genannt) überträgt sich auf den Zangenkopf und von dort aus auf das Werkstück, welches mit der Zange bearbeitet wird.

Checkliste: Was sind die Eigenschaften einer guten Zange?

Welche Eigenschaften sollte eine Zange mitbringen? Folgende Punkte sind wichtig, um beim Zangenkauf die richtige Wahl zu treffen und keinen Fehlkauf zu riskieren.

Qualität und Kennzeichnung

Eine gute Zange von einem seriösen Hersteller ist entsprechend gekennzeichnet. Damit keine Unfälle geschehen, sollten zudem Siegel, etwa vom TÜV / CE erkennbar sein

Ergonomie

Wie liegt die Zange in der Hand? Lässt sie sich gut zusammendrücken? Geht es eher schwer oder leicht? Vor dem Kauf sollte man sich hierzu Informationen einholen

Das Zangenmaul

Hier sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die vorderen Elemente (Greifbacken) vor allem vorne gut zusammenpassen und nicht „aneinander vorbei“ klemmen.

Das Zangengelenk

Die Zange sollte beim Öffnen und Schließen nicht klemmen, sondern sollte beim Öffnen/Schließen eher „gleiten“.

Zangen Arten

Zangenarten

Zangen werden häufig nach deren Verwendungsweise unterschieden und eingeteilt:

Greif- oder Haltezangen

Modelle , die unter diesen Bereich fallen , sind – wie es der Name bereits vermuten lässt, zum Greifen und Halten da. In diese Kategorie, die man als Oberkategorie verstehen kann, fallen dann einige Zangen-Modelle:

  • Wasserpumpenzange: greift vor allem Rohre
  • Rohrzange: greift Rohre, Zähne am Maul
  • Eckrohrzange: kommt in Ecken und Winkel
  • Eckrohrzange 45 Grad: Maul lässt sich entsprechend einstellen
  • Eckrohrzange 90 Grad: weite Mauleinstellung möglich
  • Flachzange: zum Greifen, flache Backen
  • Flachrundzange: leichtes Zuführen
  • Feinmechaniker-Flachrundzange: mit Öffnungs- und Schneidefeder
  • Spitzzange: ausgestattet mit kurzem Kopf
  • Rundzange: runde Griffe, spitzer Kopf
  • Haushaltszange: hält Zucker, Gebäck oder Eis sicher fest
  • Medizinische Zange/Geburtszange: medizinische Zwecke, Hilfe bei der Geburt
  • Nabelschnurzange: zur Hilfe beim Versorgen der Nabelschnur
  • Tupferzange: Tupfer wird während der OP sicher gehalten
  • Extraktionszange: eingesetzt in der Zahnmedizin / Zahnbehandlung

Schneid- oder Trennzangen

Auch hier gibt es diverse „Unterkategorien“. Ziel der Zange ist es hier, Materialen zu trennen und zu schneiden.

  • Seitenschneider: eine/zwei keilförmige Schneiden trennt Material
  • Bolzenschneider: zum Schneiden von Metall geeignet, mittels langer Hebel
  • Abisolierzange: trennt die Isolierung von Kabeln
  • Kraftseitenschneider: trennt mit viel Kraft
  • Hochleistungsseitenschneider: mittels Knopfdruck mehr Kraft
  • Schrägschneider: für präzise Maßarbeit geeignet
  • Vornschneider: schneidet kraftvoll dank langen Griffen
  • Kraftvornschneider: schneidet präzise und stark
  • Schrägvornschneider: kurzer Kopf, schneidet präzise
  • Mittenschneider: trennt Drähte und Saiten
  • Kabelschneider: trennt Kabel sauber
  • Kernfangzange: zur Entnahme von Bohrkernen
  • Hydraulische Rettungszange: zum Trennen von Autoteilen (beim Unfall)
  • Abbruchzange: zum Trennen von großen Gebäudeteilen (Abriss)

Quetsch- oder Formzangen

  • Crimpzange: presst Leiter/Steckdose untrennbar zusammen
  • Hydraulische Presszange: presst mittels viel Kraft
  • Monierzange: für Stahlbetonbau angewendet, quetscht Bindedrähte zusammen
  • Kraftmonierzange: für ein härteres Zupacken
  • Kneifzange: kurzes Maul, langer Griff
  • Sicherungsringzange: für das Arbeiten mit Ringen
  • Spreizzange: spreizt Sicherungsring und Nut
  • Aderendhülsenzange: kneift das Ende eines Kabels ab
  • Schmiedezange: für Schmiedearbeiten, heißes Eisen
  • Drahtwirbelzange: dreht Draht in eine „Wirbelform“

Kombinierte Zangen

  • Kombizange: Ablängen und Zupacken
  • Kraftkombizange: extra lange Schneide

Multifunktionszangen

  • Installationszange: drei Funktionen in einem Werkzeug
  • Revolverloch- und Ösenzange: drückt saubere Ösen/Löcher
  • Lochzange: drückt Löcher in verschiedene Stoffe
  • Schaffnerzange: drückt Löcher in Tickets
  • Gripzange: ausgestattet mit Drahtschneider

Berufe mit häufigem Zangeneinsatz 

Elektriker

Da Elektriker vor allem mit der Installation und Verlegung von Kabeln zu tun haben, müssen sie auch bestimmte Zangen immer mit dabeihaben. So wie die oben beschrieben Abislolierzange oder die Crimpzange, da die Elektronik nicht beschädigt werden darf. Auch ein kleiner Seitenschneider gehört durchaus in den Werkzeugkoffer eines Elektrikers.

Dachdecker

Auch der Dachdecker kommt in seinem Beruf nicht umhin, sich eine Zange zu kaufen. Hier ist besonders die Kneifzange, die leicht Nägel herausziehen kann, für den Dachdecker wichtig. Aber auch Zangen zum Entfernen der Dachziegel, im Besonderen die robuste Ziegelzange, muss der Dachdecker mit im Gepäck haben. Da der Dachdecker mitunter auch Fenster einbaut, gehören stabile Greifzagen mit dazu, um Reste des alten Fensters ggf. zu entfernen.

Geschichte

Das Wort Zange leitet sich vom althochdeutschen „Zanga“ ab, welches sich wiederum aus dem Griechischen kommt und  „beißen“ bedeutet.

Zangen wurden bereits im alten Ägypten genutzt und sollten das Tragen von heißen oder kalten Gegenständen erleichtern. Auch in Griechenland waren Gelenkzangen bereits bekannt, mit der technischen Entwicklung in der Neuzeit veränderten sich auch die Zangentypen.

Zange kaufen – darauf ist zu achten

Möchte man sich nun eine Zange kaufen, sollte man zu aller erst den Verwendungszweck definieren. Zu welchem Einsatzzweck möchte ich die Zange kaufen? Dadurch spart man sich im Voraus unnötige Fehlkäufe. So sollte man sich über die Zangenauswahl informieren und dementsprechend die Zange kaufen.

Oft gibt es Zangen in einem Werkzeugkoffer zu kaufen – oftmals benötigt man aber nur eine bestimmte Zangenart und nicht das übrige Werkzeug. Beim Kauf sollte man Preise miteinander vergleichen und nicht direkt das billigste Modell nehmen, hier ist ein gehobener Preis mitunter Gold wert, da das Werkzeug lange hält und qualitativ auch hochwertiger ist. Da auch die Sicherheit wichtig ist, sollte man auf die gängigen Sicherheitssiegel achten, wie beispielsweise „CE“ oder auch das TÜV Siegel. Oftmals werden diese Zangen im Voraus vom TÜV Rheinland getestet, auch diverse Portale und Zeitschriften informieren über gute Zangen und deren Tests.

Die Zange im Test

Wie werden Zangen eigentlich getestet? Besonders Testprotale küren häufig die Testsieger und übermitteln die Ergebnisse an ihre Leser. Im Vorfeld werden natürlich diverse Modelle (unterschiedlicher Hersteller) aber vom gleichen Typ getestet. Grundlage sind hier die gleichen Bedingungen: also der gleiche Typ der beispielsweise an einem Kabel/Draht etc getestet wird. Hinzu kommen diverse Parameter wie: erster Eindruck, das Material oder die Fertigung  im Ganzen. Wirkt die Zange stabil? Liegt sie gut in der Hand oder rutscht sie? Dieses können Voraussetzungen sein. Auch in Firmen, die Zangen herstellen, werden besondere Belastungstests durchgeführt. In speziellen Maschinen wird die Ermüdung der Zangen geprüft: wie oft kann sie auf- und zu geklappt werden, ohne dass sie kaputtgeht. Wie ist die generelle Kraft der Zange? Somit wird eine gute Qualität durchgehend gewährleistet.